

Merzig/Saar,
Germany
26 April 2006
1996 haben wir alle noch brav mit AltaVista gesucht und empfanden diese Suchmaschine als ein beängstigendes Monopol. Von Altavista redet heute keiner mehr. Google hat alle anderen Suchmaschinen in Nischen verdrängt und in den vergangenen 10 Jahren imposant gewachsen. Gleichzeitig hat Google erfolgreich aus der Suchmaschinen-Ecke heraus in alle möglichen Bereiche expandiert und sucht nach immer neuen lukrativen Betätigungsfeldern. Teils kommen eigene Innovationen zum Zuge, teils werden schon etablierte innovative Strömungen aufgenommen und die Konkurrenten durch bessere Technik, Nutzen und Interface ausgestochen. Egal ob durch Neu-Einführung oder als Konkurrent, Google scheint immer eine Nasenlänge voraus zu sein.
Ausloten der Kapazitäten der Browser
Die Menge aller einschlägigen Dokumente aus der Gesamtmenge
Die Menge der einschlägigen Dokumente in der Treffermenge
Das Web hat laut archive.org etwa 55 Milliarden Dokumente. Diese sind teilweise wieder verschwunden, aber im Archiv noch vorhanden. Monatlich kommen 20 Terabyte, als 20 000 Gigabyte hinzu.
Das sind imposante Zahlen, doch Statistiker behaupten, das seien nur 35% der tatsächlich vorhandenen Dokumente. Einzelne Dokumente wiederum enthalten viele einzelne Ressourcen wie Bilder und Scripte. Viele der Seiten heute sind dynamisch generiert, was das Zählen auch nicht leichter macht.
Im Web kann jedermann auch Autor sein. Jeder kann jederzeit eine Web-site aufmachen und publizieren. Dabei unterliegen die Dokumente keinerlei Qualitätskontrolle. Es ist nicht zu ergründen ob ein Bestand «komplett» ist oder nicht.
Juristische Datenbanken haben oftmals den Anspruch auf Vollständigkeit. Es sollen alle Gesetze enthalten sein. Darüber hinaus gibt es eine Qualitätskontrolle hinsichtlich der eingespeicherten Dokumente. Nur bestimmte Personen können Dokumente hinzufügen.
Hinsichtlich der Urteile oder der Literatur ist bisher kein Datenbankanbieter bekannt, der den Anspruch auf die vollständige Erfassung aller Urteile oder Literatur erhebt.
Aber damit erschöpfen sich schon die Gemeinsamkeiten. Denn die einen wollen die Auswahl der Dokumente dem Nutzer überlassen. Andere speichern nur die wichtigen Dokumente. Ob ein Dokument wichtig ist oder nicht, ist dem Urteil nur für das geübte Auge anzusehen. Es gibt jedenfalls keine Suche in den juristischen Datenbanken, die die Suche nach wichtigen Urteilen erlauben würde.
Es wird deutlich, dass die Datenbanken wesentlich weniger Dokumente anbieten, diese aber theoretisch relevanter sein sollten.
Wenn die Anzahl der Dokumente in Google um mehrere Potenzen höher ist als in den juristischen Datenbanken und die Menge der irrelevanten Dokumente deutlich höher ist, dann müsste Google schlechtere Suchergebnisse bringen.
Ranking ist das Geheimnis von Google. Die Gewichtung der Treffer ist so, dass auch bei der Eingabe von Allerweltsbegriffen ein sinnvolles Ergebnis ausgegeben wird.
transparente Integration in die Arbeitsumgebung
Wir alle verfolgen die Hysterie in den Medien, mit denen jeder Schritt von Google verfolgt wird. Jede noch so kleine Neuigkeit wird zu einer Änderung des Web hochstilisiert. Der Wert des Unternehmens zum Tag des Börsengangs spricht Bände. Wie es scheint, trauen die Anleger Google noch mehr zu. Zu der Hysterie passt dann auch die Angst der Konkurrenten. Und das sind Beileibe nicht nur Suchmaschinen-Macher. Google will mehr sein als nur eine Suchmaschine und legt sich mit Riesen wie Microsoft an. Weil bisher jeder Coup geglückt ist, kann man die Angst auch ein wenig verstehen.